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Umsetzung der Massnahmen aus dem Projekt "Fischnetz" konkrete Projekte von SGCI Chemie Pharma Schweiz

Zürich, 30. Januar 2004

SGCI Chemie Pharma Schweiz hat das Projekt "Fischnetz" von EAWAG und BUWAL von Anfang an unterstützt und daran aktiv mitgewirkt. Die chemische und pharmazeutische Industrie wird sich auch bei der Umsetzung der Massnahmen, die sich als Folge der Ursachenanalyse "Fischnetz" ergeben, mit konkreten Projekten beteiligen. Dies in erster Linie im Rahmen bereits bestehender internationalen Programme und Aktivitäten, aber auch durch spezifische Forschungsvorhaben in der Schweiz.

Mit einer wissenschaftlichen Tagung am 29. Januar und einer gemeinsamen Medienkonferenz der Initianten (Eidg. Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz  EAWAG sowie Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL) am 30. Januar 2004 ist das Projekt "Fischnetz" (www.fischnetz.ch) abgeschlossen worden. Es wurde 1998 gestartet, um den Ursachen des massiven Rückgangs der Forellenfänge auf den Grund zu gehen.

SGCI Chemie Pharma Schweiz hat das Projekt "Fischnetz" von Beginn an aktiv unterstützt. Namentlich die Mitgliedfirmen Novartis AG, F. Hoffmann-La Roche AG und Ciba Spezialitätenchemie AG haben sich finanziell und mit Expertenwissen am Projekt beteiligt. Es ist ein gelungenes Beispiel breiter interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Bundesverwaltung, Kantonen und der Industrie. Die SGCI begrüsst, dass die Frage des Fischrückgangs in unseren Gewässern umfassend angegangen worden ist. Sie will sich auch an den Massnahmen und Forschungsvorhaben beteiligen, die sich auf Grund der Ursachenanalyse ergeben haben. Bei folgenden Themen ist die chemische und pharmazeutische Industrie speziell angesprochen und sieht deshalb hier Aktivitäten vor:

Biologische oder chemische Abbaubarkeit von Stoffen

Es geht hier in erster Linie um die Abbaubarkeit von in grossen Mengen hergestellten Chemikalien, die ins Wasser gelangen, z.B. bei Waschmitteln. Die Verbesserung der biologischen Abbaubarkeit gehört seit Jahren zu den vorrangigen Forschungszielen der Industrie. In der Waschmittel-Industrie ist die biologische Abbaubarkeit aller Produkte fast vollständig erreicht. In anderen Bereichen wird die vollständige Umsetzung noch Jahre brauchen, weil wirksame und gleichwertige Ersatzstoffe, insbesondere für spezifische Anwendungsgebiete, fehlen. Der Hersteller eines Wirkstoffs sieht sich häufig einem Zielkonflikt gegenüber: Der angestrebte rasche und vollständige Abbau in der Umwelt ist meist nicht vereinbar mit einer erwünschten lang anhaltenden Wirkung und einem möglichst geringen Einsatz des Stoffes.

Ein Grossteil der angesprochenen Stoffe wird importiert, eine internationale Zusammenarbeit ist deshalb zwingend erforderlich. SGCI Chemie Pharma Schweiz ist in die Aktivitäten des Europäischen Chemieverbandes CEFIC eingebunden. Die SGCI unterstützt insbesondere das Forschungsvorhaben "Persistence Bioaccumulation Toxicity" im Rahmen der von der chemischen und pharmazeutischen Industrie weltweit finanzierten Long-Range Research Initiative (LRI; http://www.cefic-lri.org), eines konkreten Beitrags zu RESPONSIBLE CARE  (www.icca-chem.org/section02a.html).

Mitglieder der SGCI beteiligen sich darüber hinaus aktiv an HERA (Human and Environmental Risk Assessment on ingredients of household cleaning products; www.heraproject.com), einem gemeinsamen Projekt von CEFIC und dem internationalen Waschmittelverband (AISE). Hier wird die Wirkung von Haushaltreinigern auf die Gewässer untersucht. Die SGCI erwartet, dass dabei alle entscheidenden Daten für eine umfassende wissenschaftliche Beurteilung im Bereich dieser Stoffklasse erarbeitet werden.

Festlegen von Qualitätszielen

Die geltende Gewässerschutzverordnung (GSchV; SR 814.201) beschreibt in Anhang 1 die ökologischen Ziele für die ober- und unterirdischen Gewässer. Mit der Einführung von Qualitätszielen kann diese Vision für viele Substanzgruppen konkretisiert und damit für die Betroffenen besser umsetzbar gemacht werden. Während die heute oft verwendeten Grenzwerte eine Interventionsschwelle festlegen, konkretisieren die Qualitätsziele den in der Vision der GschV angestrebten Zustand. SGCI Chemie Pharma Schweiz betrachtet die noch festzulegenden Qualitätsziele für Wasserinhaltstoffe als viel versprechenden Ansatz, um im Dialog von Wissenschaft, Bürgern und Wirtschaft die Vision von sauberen und nachhaltig genutzten Gewässern umzusetzen. Die SGCI erwartet, dass der im Projekt Fischnetz begonnene Dialog zwischen Fachleuten aus dem Kantonen, den Fischereiverbänden, den universitären Institutionen und der Industrie bei der Festlegung der Qualitätsziele konstruktiv weitergeführt werden kann. Die SGCI begrüsst insbesondere, dass das von Fischnetz postulierte Vorgehen in der Schweiz mit dem in den Nachbarländern eingeschlagenen Weg kompatibel ist.

Spezielle Forschungsvorhaben

Nebst der Beteiligung an den erwähnten internationalen Forschungsaktivitäten bereiten Mitgliedfirmen der SGCI ein Projekt vor, in dem die Wirkung von Arzneimitteln auf Organismen im Abwasser und in Fliessgewässer untersucht wird. Mit der Vergabe des Projekts an eine schweizerische Hochschule soll nicht zuletzt das Interesse der chemischen und pharmazeutischen Industrie an der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz und an den Umweltwissenschaften unterstrichen werden.


Kontakte: SGCI Chemie Pharma Schweiz   www.sgci.ch
• Dr. Paul Vesel  paul.vesel@sgci.ch  Tel 01 368 17 34
• Richard Gamma  richard.gamma@sgci.ch Tel 01 368 17 24