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Arzneimittelmarkt Schweiz: weltweit unterdurchschnittliches Wachstum

Erneut nahm das Marktvolumen der Arzneimittel im vergangenen Jahr zu. Das Wachstum belief sich zu Herstellerabgabepreisen auf 7,1%. Wachstumsfördernd waren vor allem die neuen, innovativen Arzneimittel, u.a. gegen Krebs, Infektionen und AIDS sowie für Transplantationen. Kostendämpfend wirkte sich das massive Wachstum des kassenpflichtigen Generikamarktes um 49,8% aus. Weltweit gesehen blieb das Wachstum in der Schweiz jedoch unter dem Durchschnitt von 8%. Eine an einer interverbandlichen Medienkonferenz in Bern vorgestellte Studie von IMS Consulting zeigt zudem, dass sich die Schweizer Arzneimittelpreise seit Einführung des KVG im Jahr 1996 dem europäischen Niveau stark angeglichen haben.

Der Arzneimittelmarkt Schweiz nahm im vergangenen Jahr zu Herstellerabgabepreisen um 7,1% von CHF 3,620 Milliarden im Jahr 2002 auf CHF 3,877 Milliarden zu. Das Wachstum wurde beeinflusst vom höheren Anteil neuer, innovativer Arzneimittel, die zwar die Arzneimitteltherapie verteuern, gleichzeitig aber Einsparungen ermöglichen, zum Beispiel durch die Verkürzung von Spitalaufenthalten und von Absenzen infolge Krankheit. Entsprechend nahm der Markt kassenpflichtiger Arzneimittel zu Herstellerabgabepreisen stärker als der Gesamtmarkt um 9,0% zu. Dabei wurde vor allem das Wachstum im Spitalsektor von den teureren Arzneimitteln, u.a. zur Bekämpfung von Krebs, Infektionen und AIDS sowie für Transplantationen, geprägt. Zum Wachstum des Gesamtmarktes trugen ferner die leichte Mengenausweitung um 1,4% sowie die frühzeitig und stark aufgetretene Grippewelle im vierten Quartal 2003 bei, die sich mit über einem Prozent auswirkte. Kostendämpfender Faktor war in erster Linie der massiv gewachsene Generikamarkt zu Herstellerabgabepreisen um 49,8% auf ein Volu-men von CHF 142,1 Millionen. Es war dies der grösste Wachstumsschub in der schweizerischen Generika-Geschichte. Der Grund dafür ist die Substitution bedeutender, umsatzstarker Arzneimittel durch Generika, die im letzten Jahr ihren Patentschutz verloren. Damit verfügen die Generika im generikafähigen Markt von CHF 1,046 Milliarden nun über einen Marktanteil von 13,6%. Im weltweiten Vergleich der Arzneimittelmärkte liegt die Schweiz mit einem Wachstum von 7,1% leicht unter dem Durchschnitt von 8,0%, zum Beispiel hinter Grossbritannien und den Niederlanden mit je 10% und Österreich mit 8%. Thomas Binder von der IHA-IMS Health, die für die Erhebung der Marktdaten verantwortlich zeichnet, prognostiziert für die nächsten fünf Jahre ein durchschnittliches Wachstum des schweizerischen Arzneimit-telmarktes von 6 bis 6,5%.

Schweizer Arzneimittelpreise gleichen sich Europaniveau an.

Wie Sara Käch von der Interpharma an der interverbandlichen Medienkonferenz in Bern ausführte, bezahlen die Schweizer für ihre Arzneimittel in der Apotheke nicht mehr als andere Europäer. Dies geht aus einer grossen Studie des Londoner Consulting-Unternehmens IMS hervor, die im Auftrag der Vereinigung der Importeure Pharmazeutischer Spezialitäten (VIPS) und der Interpharma durchgeführt worden ist. Werden die für die Sozialversicherung relevan-ten Publikumspreise inklusive Mehrwertsteuer verglichen, sind die Preise in Dänemark und den Niederlanden etwa auf Schweizer Niveau. In Deutschland dagegen sind die Preise auf Grund der grösseren Handelsmarge der Apotheken und der hohen Mehrwertsteuer rund ein Drittel höher. Am tiefsten sind sie in Schweden mit einem Preisindex von 78 im Vergleich zur Schweiz mit 100. Der Grund dafür sind die geringen Handelsmargen wegen des staatlichen Apothekenmonopols. Verglichen wurden die 100 in der Schweiz meistverkauften, kassenpflichtigen Arzneimittel. Die Studie zeigt, dass der mit der Einführung des KVG im Jahr 1996 festgelegte Ländervergleich zu einer Angleichung sowohl der Herstellerabgabe- als auch der Publikumspreise geführt hat. Wenn vor Einführung des KVG bei der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit die Behörden nur die Preise im Herstellerland zum Vergleich herbeizogen, werden heute gemäss VIPS-Geschäftsführer Walter P. Hölzle die Preise in Deutschland, Grossbritannien, den Niederlanden und in Dänemark mitberücksichtigt. Dabei berücksichtigen die Niederlande und Dänemark bei der Preisfestsetzung auch die Preise in Ländern wie Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden und Österreich. Neu hinzu kam in der Schweiz die Regelung, dass Arzneimittel innerhalb von 24 Monaten nach Kassenzulassung erneut einem Auslandspreisvergleich unterzogen werden. 

Zusammenstellung der Marktdaten