Aussenhandel 2005: Exporte von Chemie und Pharma steigen um über 10%Zürich, 3. Februar 20062005 exportierte die schweizerische chemische und pharmazeutische Industrie Produkte im Wert von 54.7 Mrd. CHF, was einer Zunahme um 10.6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anteil der Branche an den schweizerischen Gesamtexporten nahm nochmals zu und erreichte 34.9% (VJ: 33.5%). Mit 10.9% stiegen auch die Importe kräftig an und erreichten 32.7 Mrd. CHF (rund 22% aller schweizerischen Importe). Der Exportüberschuss der chemischen und pharmazeutischen Branche vergrösserte sich dadurch gegenüber dem Vorjahr erneut (um über 2 Mrd. CHF) und erreichte 22 Mrd. CHF.
Exporte nach Sparten
Wie in den Vorjahren ist der Exporterfolg auf die starke Zunahme bei den pharmazeutischen Produkten zurückzuführen: Gegenüber dem Vorjahr konnten sie sich nochmals um 14.4% steigern und erreichten 39.8 Mrd. CHF oder 72.8% der Gesamtexporte der Branche. Erfreulich entwickelten sich mit einem Plus von 6.8% auch die Exporte der Schädlingsbekämpfungsmittel sowie der Ätherischen Öle, Riech- und Aromastoffe; diese nahmen, nach beträchtlichen Einbussen in den beiden Vorjahren, wieder um 5.6% zu. Andere Sparten verfehlten ihr Vorjahresresultat. Insbesondere die Exporte organischer Erzeugnisse, die letztes Jahr um 6.7% zunahmen, mussten Einbussen von 2.4% hinnehmen. Noch stärker waren die Einbussen bei den Farbkörpern, die um 3.6% abnahmen.
| Sparten |
Exporte in Mio. CHF |
Veränderung in % |
Anteil in % |
| Organische Erzeugnisse |
3'894.1 |
-2.4 |
7.1 |
| Pharmazeutische Produkte, Vitamine, Diagnostika |
39'780.4 |
14.4 |
72.8 |
| Schädlingsbekämpfungsmittel |
1'835.5 |
6.8 |
3.4 |
| Farbkörper |
2'273.2 |
-3.6 |
4.2 |
| Aetherische Öle, Riech- und Aromastoffe |
1'453.0 |
5.6 |
2.7 |
| übrige Sparten |
5'432.5 |
1.4 |
9.9 |
| Total |
54'668.7 |
10.6 |
100.0 |
Exporte nach Regionen
Auch 2005 stiegen die Ausfuhren in die Europäische Union mit 9.6% wieder kräftig an. Mit 34.4 Mrd. CHF erreichten sie rund 63% aller Ausfuhren der Branche. Mit Exporten von 7.9 Mrd. CHF (Anteil: 14.5%) ist Deutschland nach wie vor das mit Abstand grösste Abnehmerland. Die Exporte haben aber in den letzten Jahren stagniert; ihre Zunahme betrug letztes Jahr lediglich noch 0.5%. Erfreulich entwickelten sich die Exporte nach anderen EU-Staaten: Holland (50.7%, Anteil: 3.1%), Belgien (19.0%, Anteil: 2.0%), Spanien (15.6%, Anteil: 7.1%), Österreich (14.8%, Anteil: 3.2%) und Frankreich (11.5%, Anteil: 9.3%). Ausserhalb Europas waren vor allem die Exporte nach den USA (Anteil: 10.6%) mit einem Anstieg von 23.0% bemerkenswert. Auch nach China (31.0%) und Indien (15.8) nahmen die Exporte stark zu. Ihr Volumen ist aber noch bescheiden.
| Region |
Exporte in Mio. CHF |
Veränderung in % |
Anteil in % |
| Europa |
36'706.8 |
9.7 |
67.1 |
| davon EU |
34'406.8 |
9.6 |
62.9 |
| Nordamerika |
7'348.3 |
20.9 |
13.4 |
| Lateinamerika |
1'999.3 |
4.9 |
3.7 |
| Asien |
7'094.6 |
6.9 |
13.0 |
| übrige Regionen |
1'519.6 |
10.3 |
2.8 |
| Welt |
54'668.7 |
10.6 |
100.0 |
Importe
Wie in den Vorjahren stammten die Importe der chemischen und pharmazeutischen Industrie mit 27.8 Mrd. CHF zum grössten Teil aus der EU. Mit einem Anteil von 23.5% ist Deutschland erneut an der Spitze. Irland ist mit 13.5% zum zweitgrössten Lieferanten der Importe aufgestiegen, gefolgt von Italien (12.0%) und Frankreich (9.7%). Der Anteil der beiden anderen wichtigen Herkunftsregionen, Nordamerika (Anteil: 7.8%) und Asien (Anteil: 4.5%), blieb auf Vorjahresniveau.
Auskünfte: Dr. Paul Göldi, paul.goeldi@sgci.ch Tel. 044 368 17 60 |