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SGCI Generalversammlung 2002

Dr. Rudolf Wehrli wird neuer SGCI-Präsident

Zürich, 7. Juni 2002

I.C. Die 120. Generalversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Chemische Industrie (SGCI) fand am 7. Juni 2002 in Zofingen statt. Die Versammlung wählte Dr. Rudolf Wehrli (Gurit-Heberlein AG) zum neuen SGCI-Präsidenten; Vizepräsident wird Heinz Boller (Novartis AG). Staatssekretär Syz sprach sich gegen die Zulassung von Parallelimporten patentgeschützter Arzneimittel aus.

In seiner Ansprache blickte der scheidende SGCI-Präsident, Dr. Peter Kalantzis (Lonza Group), auf die erfolgreiche Entwicklung der chemischen Industrie zurück, die nach wie vor durch ihre technologische Basis geprägt ist. Zur Chemie sind im Verlaufe der Zeit allerdings die Biologie, die Biochemie, die Medizin, die Pharmazie und die Gentechnik als tragende Wissenschaften dazugekommen.

Früher als ihre Konkurrenten spezialisierten sich die schweizerischen Chemieunternehmen auf die Herstellung hochwertiger Nischenprodukte, die ihre Wertschöpfung der Erfindungsgabe des Menschen verdanken. Diese Spezialitätenstrategie ist der Schlüssel zum anhaltenden Erfolg der Branche. Sie zwingt die Unternehmen, sich sowohl mit den technologischen Entwicklungen als auch mit den Märkten und ihren Bedürfnissen auseinander zu setzen, um immer wieder technologisch innovative und wirtschaftlich erfolgreiche Produkte zu entwickeln.

Erfolg verlangt Offenheit für das Neue, dauerndes kritisches Hinterfragen und Anpassen bestehender Strukturen und Abläufe. Die Branche hat sich immer wieder tiefgreifend und rasch verändert, und zwar ohne grössere Verwerfungen am Arbeitsmarkt. Aber auch das Selbstverständnis hat sich verändert. Die SGCI-Mitglieder verstehen sich heute in erster Linie als Pharmaunternehmen, als Agrochemiefirmen, als Riechstoff- oder Aromenhersteller, als Bauchemiefirmen, als Spezialkunststoffunternehmen usw. Diese zunehmende Strukturierung der Industrie verlangt eine verstärkte Koordination der Interessensvertretung in wirtschaftspolitischen Themen. Dazu braucht es die SGCI als gemeinsame und glaubwürdige Sprecherin aller schweizerischen Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie.

Staatssekretär Syz wies in seinem Referat "Parallelimporte im Spannungsfeld zu Wettbewerb und Innovation" auf die Sonderstellung patentgeschützter Güter hin. Es müsse insbesondere verhindert werden, dass mit einer forcierten Oeffnung der Parallelimporte für patentgeschützte Güter die Innovationsfähigkeit der Unternehmen unnötig unter Druck komme.

Die Präsidialansprache, das Gastreferat, die Zusammensetzung des SGCI-Vorstands für die Amtsperiode 2002-2006 und ein Foto des neuen Präsidenten sind unter www.sgci.ch abrufbar.

Schweizerische Gesellschaft für Chemische Industrie (SGCI)
Tel. 01 368 17 11
mailbox@sgci.ch