SGCI bedauert die Annahme des Gentechnik-Moratoriums in der Agrarpolitik 2007Zürich, 8. Mai 2003
SGCI Chemie Pharma Schweiz bedauert die äusserst knappe Annahme eines fünfjährigen Moratoriums für die Gentechnik in der Landwirtschaft durch den Nationalrat. Der Entscheid im Rahmen der Debatte über die Agrarpolitik 2007 ist eine unnötige politische Zwängerei und steht im Widerspruch zum eben verabschiedeten Gentechnik-Gesetz, welches auch den verantwortungsvollen Umgang mit der Gentechnologie in der Landwirtschaft regelt.
Statt für eine zukunftgerichtete Landwirtschaft hat sich der Nationalrat für eine isolationistische Gentech-Frei-Insel entschieden. Das zeitlich befristete generelle Verbot für die Gentechnik in der Landwirtschaft verstösst gegen die Grundregeln der Welthandelsorganisation WTO und ist auch nicht europakompatibel. Ein derartiges Moratorium ist rückwärtsgerichtet und nimmt unserer Landwirtschaft eine zukunftgerichtete Handlungsfreiheit weg. Es bevormundet die Bauern, die offen sind für Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft. Gleichzeitig setzt es ein falsches Signal für die Forschung auf diesem Gebiet und steht damit im Widerspruch zum kürzlichen Bekenntnis des Nationalrates zum Forschungsplatz Schweiz. Ein befristetes Gentech-Moratorium in der Landwirtschaft ist zudem Augenwischerei gegenüber den Verbrauchern, da es keinesfalls die Freiheit des Schweizer Marktes von GVO-Lebensmitteln sicherstellen kann, welche weiterhin importiert werden können.
In der Differenzbereinigung zur Agrarpolitik 2007 liegt es nun am Ständerat, den Kurswechsel des Nationalrats wieder rückgängig zu machen und die Agrarpolitik nach dem Willen von Bundesrat und Stimmvolk in Übereinstimmung mit dem Gentechnik-Gesetz nach dem Motto "Verbote Nein, Regelung Ja" auszurichten und das Moratorium wieder aus der Vorlage herauszustreichen.
Für weitere Auskünfte: Richard Gamma, SGCI Chemie Pharma Schweiz Tel: 01 368 17 24 |