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Kleider, die atmen

Wenn es um die Bekleidung eines Joggers oder einer Joggerin geht, hat für einmal die Naturfaser ausgespielt. Baumwolle besitzt nämlich die unangenehme Eigenschaft, sich mit Feuchtigkeit vollzusaugen. "Beim Laufen verliere ich 1,5 bis 2,5 Liter Flüssigkeit pro Stunde. Damit wird mein Baumwollleibchen zum nassen Lumpen, der am Körper klebt und verhindert, dass der Schweiss als Wasserdampf nach aussen dringen kann", klagt eine angefressene Joggerin. Läufer sind deshalb gut beraten, die richtige Sportbekleidung zu wählen, nämlich Anzüge aus den Chemiefasern Polyester, Polyacryl oder Polypropylen. Diese speichern die Feuchtigkeit nicht, sondern transportieren sie nach aussen.
Auch dem Schuhwerk sollte der Jogger grosse Aufmerksamkeit schenken. Bei jedem Schritt muss der Fuss das dreifache Körpergewicht abfedern. 2000 Schläge pro Kilometer setzen sich über Gelenke, Knie, Rücken bis hin zum Kopf fort. Um diese Stösse zu dämpfen, sind gute Joggingschuhe mit Einlagen aus aufgeschäumtem Kunststoff ausgerüstet.
Was ein rechter Velofan ist, lässt sich durch Regen nicht von der Velotour abhalten. Denn für einen begeisterten Sportler gibt es kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falsche Bekleidung. Heute gibt es Regenjacken und -hosen, welche den Schweiss als Wasserdampf nach aussen gelangen lassen, dem Regen hingegen den Zugang nach innen verwehren. Das Geheimnis liegt in einer Schicht, die in die Sportkleider eingearbeitet ist. Diese Schicht enthält Poren, die zwar 700mal grösser sind als die Wasserdampfteilchen, aber 20 000mal kleiner als Regentropfen. Es gibt also keinen Grund, bei schlechtem Wetter auf die Fitness in der Natur zu verzichten. Dafür hat die Chemie bestens vorgesorgt.





Sport treiben heisst, Muskeln bewegen

Jedesmal, wenn wir eine Bewegung ausführen und sich Muskeln zusammenziehen, beispielsweise um ein Glas Wasser zum Mund zu führen oder die Tastatur des Computers zu bedienen, läuft ein chemisch-physikalischer Mechanismus in unserem Körper ab. Muskeln bestehen aus Muskelfasern. Diese Fasern sind aufgebaut aus Stäbchen. Gibt unser Gehirn über die Nervenbahnen den Befehl "Muskel anziehen", tritt aus einem Kanalsystem, das die Muskelfasern durchzieht, ein Mineralstoff aus. Dies ist das Signal, dass sich die Stäbchen in der Faser gegeneinander verschieben. Dadurch zieht sich der Muskel zusammen. Zur Erschlaffung des Muskels müssen die beim Zusammenziehen erfolgten Veränderungen wieder rückgängig gemacht werden. Beide Vorgänge benötigen Energie, die der Körper als Kohlehydrate und Fett über die Nahrung aufnimmt und Sauerstoff aus der Atemluft.