Die zunehmende Ausrichtung der Firmen auf ihre Kernkompetenzen veränderte die chemisch-pharmazeutische Industrie der Schweiz nachhaltig. Die konsequent fortgesetzte Spezialisierungsstrategie führte nicht nur dazu, dass sich die Unternehmen verstärkt wertschöpfungsintensiven Produkten der "life science" oder der Spezialitätenchemie zugewandt haben. Sie löste gleichzeitig auch eine anhaltende Umorganisation der Unternehmens- und der Branchenstrukturen aus. Aus breiten, diversifizierten Chemieunternehmen ist eine ganze Reihe auf bestimmte Segmente fokussierter Firmen entstanden, die auf sehr unterschiedlichen Märkten mit sehr unterschiedlichen Produkten auftreten. Exemplarisch wird diese Strukturänderung durch die vereinfacht aufgezeigten Umstrukturierungen der Basler chemisch-pharmazeutischen Industrie in den 90er Jahren verdeutlicht.
Gleichzeitig ist in den letzten Jahren ein neuer Industriezweig neben der chemisch-pharmazeutischen Industrie entstanden: die Biotechnologie-Unternehmen. Als Basistechnologie wird die Bio- und Gentechnologie zwar in den verschiedensten Gebieten der gesamten Industrie eingesetzt. Neben diesem Einsatz als Forschungs- und Produktionsinstrument hat sich in den letzten Jahren aber auch eine Anzahl reiner Biotechnologie-Unternehmen gebildet. Gemäss einer Studie von Ernst&Young (2003) hat sich die Anzahl dieser Unternehmen in der Schweiz von 1998-2003 von 70 auf über 210 verdreifacht. Diese jungen Firmen - oft von Forschern aus der Industrie oder von den Hochschulen als "start ups" gegründet - erwirtschaften inzwischen rund 4.3 Mrd. CHF und beschäftigen etwa 11'000 Personen in der Schweiz. Damit bilden diese Unternehmen einen immer wichtiger zu nehmenden Wirtschaftsfaktor. |